Eine der häufigsten Fragen, die uns erreicht, betrifft die
Ausrüstung beim Bikepacking
Was braucht man wirklich? Was ist Luxus? Und gibt es so etwas wie die eine perfekte Packliste?
Die ehrliche Antwort: Nein.
Es gibt keine Packliste, die für alle funktioniert.
Und es gibt auch kein Ausrüstungsteil, das für jeden „das Beste“ ist.
Warum Ausrüstung immer individuell ist
Bikepacking ist persönlich.
Und genauso individuell ist auch die Ausrüstung.
Ein paar Beispiele:
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Frauen haben oft ein anderes Temperaturempfinden als Männer.
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Manche frieren schnell, andere fühlen sich selbst bei 6° und Nieselregen noch wohl.
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Wer drei Wochen Richtung Nordkap unterwegs ist, packt anders als jemand, der fünf Tage durch die Toskana fährt.
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Zelt oder Hotel? Kocher oder Restaurant? Minimalistisch oder komfortorientiert?
All diese Faktoren beeinflussen die Bikepacking Packliste deutlich.
Es gibt also keine Formel dafür, was man „tragen sollte“ oder was „überflüssig“ ist.
Funktion schlägt Preis
Was jedoch immer gilt:
Ausrüstung muss funktionell und durchdacht sein.
Es bringt wenig, die teuerste Regenjacke zu tragen, wenn darunter ein altes Baumwollshirt steckt, das sich bei Feuchtigkeit vollsaugt.
Materialwahl, Kombination und Systemdenken sind wichtiger als Markenlogos.
Im Internet findet man unzählige Listen und Empfehlungen rund um Bikepacking
Ausrüstung.
Am Ende spielen aber zwei Dinge die größte Rolle:
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Dein persönlicher Komfortanspruch
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Dein Budget
Nicht alles muss High-End sein.
Aber alles sollte funktionieren.
Welche Taschen gehören ans Fahrrad?
Eine oft gestellte Frage, speziell von Einsteigern, zum Thema Bikepacking-Ausrüstung betrifft die Taschen.
Wie viel Volumen braucht man wirklich – und wo am Rad sollte es untergebracht werden?
Auch hier gilt: Es gibt kein fixes System, das für alle passt. Aber ein bewährtes Setup hilft, Orientierung zu geben.
Auf unseren längeren Touren – etwa durch Norwegen oder Richtung Nordkap – fahren wir als Guides in der Regel mit folgendem Setup:
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Satteltasche mit 12–16 Liter Volumen
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Lenkerrolle mit ca. 14 Liter
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Rahmentasche mit ca. 5 Liter
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Top-Tube-Pack mit ca. 1 Liter
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Down-Tube-Pack mit ca. 1,3 Liter
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Eine Gabeltasche mit ca. 3 Liter
Anstelle einer zweiten Gabeltasche verwenden wir häufig einen Carry-All-Cage, an dem das Zelt befestigt wird. Das sorgt für Flexibilität und hält das Volumen im Cockpit überschaubar.
Optional kommt noch eine Zusatztasche an der Lenkerrolle mit etwa 5 Litern hinzu – je nach Tourdauer, Wetter oder Film-Equipment.
Warum diese Aufteilung sinnvoll ist
Das Volumen verteilt sich damit auf mehrere kleine Einheiten, anstatt auf zwei große „Säcke“. Das hat Vorteile:
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Das Gewicht und die Balance vom Fahrrad bleibt ausgewogen.
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Das Fahrverhalten verändert sich weniger stark.
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Häufig benötigte Dinge sind schnell erreichbar.
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Nasses und trockenes Equipment kann getrennt werden.
Gerade bei längeren Bikepacking-Touren in Skandinavien zahlt sich eine durchdachte Gewichtsverteilung aus. Ein schlecht ausbalanciertes Setup reagiert sensibel auf Wind, Schotter und wechselnde Wetterbedingungen.
Weniger Volumen bedeutet oft mehr Klarheit
Rechnet man das Volumen zusammen, landet man – je nach Konfiguration – bei rund 35 bis 45 Litern Gesamtvolumen.
Das klingt nach viel, zwingt aber automatisch zur Reduktion.
Man packt bewusster.
Man hinterfragt jedes Teil.
Und genau das ist der eigentliche Vorteil eines strukturierten Taschen-Setups:
Es verhindert Überladung.
Beispiel: Unsere Packliste für eine Norwegen-Tour bis zum Nordkap
Als Orientierung – nicht als Dogma – hier ein Einblick in die Ausrüstung unserer Guides bei einer längeren Tour quer durch Norwegen Richtung Nordkap.
Und ja, das alles findet Platz, in den oben beschriebenen Taschen z.B. für die 👉 Tour Tromsø-Nordkap
Zelt & Schlafen
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Zelt & Footprint
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Schlafsack
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Isomatte
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Inlet
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kleines Polster
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Schlafwäsche
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leichte Sitzgelegenheit
Körperpflege
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Zahnbürste & Zahnpasta
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Dusch-/Waschgel
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Handtuch
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Sonnencreme
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Sitzcreme
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Wäscheleine
Kochen
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Gaskocher & Gas
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Feuerzeug
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Topf
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Trinkbecher
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Messer
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Göffel
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Wassersack
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Reinigungsschwamm
Film & Foto
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Actioncam
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Reserveakku
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kleines Stativ
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Handystick
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optional: Drohne & Akkus
Elektro
- Smartphone
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Powerbank
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Ladegerät & Kabel
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GPS-Navi (z. B. Hammerhead)
Sonstiges
- E-CardB
- ankomat-/Kreditkarte
- Ausweis
- kleiner Daypack
Safety
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First-Aid Kit
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Front- & Rücklicht
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kleines Radschloss
Werkzeug & Reparatur
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Multitool
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Leatherman
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Isolierband & Kabelbinder
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Flickzeug
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Ersatz-Schaltauge
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Kettenschloss
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2 Schläuche
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Reifenheber
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Sicherheitsnadeln
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Superkleber
Radkleidung
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Fahrradhelm (Pflicht!)
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Radschuhe
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2 Radhosen ( 1 kurze & 1 warme Variante)
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2 Trikots ( 1 kurz & 1 lang)
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Baselayer kurz & lang
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Arm- & Knielinge
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mehrere Paar Socken
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Handschuhe (kurz, lang, warm)
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Regenhose
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Regenjacke
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Regenüberschuhe
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Wind-/Regen-Gilet
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Radbrille
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Buff
Kleidung abseits des Sattels
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Merino-Shirt lang & kurz
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Outdoor-Zipphose
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Isolationsjacke
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Beanie
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Unterwäsche
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leichte Schuhe (z. B. Crocs)
Wie viel Mehrgewicht bedeutet das?
Taschen und Ausrüstung bringen in Summe – je nach Tourdauer und Wetter – etwa 9 bis 13 Kilogramm zusätzliches Gewicht ans Fahrrad. Dazu kommt noch das Gewicht der gefüllten Trinkflaschen.
Das klingt im ersten Moment viel. Und ja, bergauf merkt man jeden einzelnen dieser Kilogramm.
Nach wenigen Stunden im Sattel wird das zusätzliche Gewicht jedoch zur neuen Normalität.
Nicht leichter – aber vertraut.
Und genau deshalb ist eine durchdachte Taschenwahl wichtiger als reines Volumen.
Neben der Packliste spielt auch der technische Zustand des Fahrrads eine entscheidende Rolle – worauf du dabei achten solltest, haben wir hier zusammengefasst.
Wie fit muss das Fahrrad sein?
Zu viel Gepäck verändert nicht nur das Gesamtgewicht, sondern auch das Lenkverhalten. Warum das fahrtechnisch weniger dramatisch ist als viele glauben, liest du hier.
Wichtig: Das ist keine Ausrüstungs-Bibel
Diese Liste ist keine Vorschrift.
Sie ist ein Beispiel.
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer stellt seine eigene Bikepacking Packliste zusammen – je nach Route, Dauer, Jahreszeit und persönlichem Komfortanspruch.
Was man jedoch immer im Hinterkopf behalten sollte:
Man muss mit dem auskommen, was man mitnimmt.
Und man muss das, was man mithat auch überall selber hochbekommen.
Zu viel Gepäck kostet Kraft.
Zu wenig kann Komfort kosten.
Die Balance dazwischen findet jeder mit der Zeit.
Wer weiß, wie gut die Infrastruktur auf skandinavischen Campingplätzen ist, kann seine Packliste oft entspannter planen.
Fazit: Weniger Perfektion, mehr System
Ausrüstung beim Bikepacking ist kein Wettbewerb.
Es geht nicht darum, alles zu besitzen – sondern das Richtige dabeizuhaben.
Wer funktionell denkt, realistisch plant und seine Bedürfnisse kennt, wird unterwegs nichts vermissen.
Der Rest ergibt sich mit jeder Tour.
Noch mehr Infos? Die Findet man unter Fragen & Antworten


